Hinweis: schoenbuch-naturfarben.de: Portal der Zurynski, Oezdogan & Co GmbH zu Naturfarben und Fassadenschutz. Mit „Anzeige“ gekennzeichnete Inhalte bewerben PSCoat.
Naturanstrich-Kompass

Was wofür?

Putzfassade: Kalk oder Silikat

  • Kalk oder Silikat sind die naheliegenden Systeme. Probefläche anlegen und prüfen, ob der Untergrund tragfähig ist.
  • Kalkfarbe passt zu Kalk- und Kalkzementputz. Sie braucht mehrere dünne Anstriche und darf nicht bei Frost verarbeitet werden.
  • Silikatfarbe ist flexibler: Es gibt Dispersions- und Sol-Silikat-Varianten. Ob sie auf einem Altanstrich haftet, klärt eine Probefläche, nicht das Etikett.
Kalk und Silikat im Detail

Holzfassade: Dünnschichtlasur oder Öl

  • Dünnschichtlasuren dringen in das Holz ein, bleiben offenporig und verwittern kontrolliert. Dafür müssen sie regelmäßig erneuert werden.
  • Dickschichtlasuren bilden einen Film, der unter Witterung zum Abblättern neigt und dann aufwendig entfernt werden muss.
  • Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden: flach ausgebreitet trocknen oder unter Wasser lagern.
Holz und Lasur im Detail

Altbau: Erst Zustand klären

  • Putz mit alter Dispersionsschicht: Schicht fachgerecht entfernen oder ein Silikatsystem wählen, das dafür vorgesehen ist. Reine Kalkfarbe nur nach Vorbehandlung.
  • Hohlstellen und Risse im Putz: ausbessern oder erneuern. Eine Erneuerung des Außenputzes kann Anforderungen nach Anlage 7 GModG auslösen.
  • Lehm ist außen die Ausnahme: wasserlöslich, nur geschützt oder in trockenen Lagen.
Fassade: Untergrund, Kosten, Recht

So funktioniert die Auswahl

Wählen Sie oben den Untergrund Ihrer Fassade. Die Empfehlungen stammen aus unseren Beiträgen und fassen zusammen, was Nachschlagewerke und Fachliteratur übereinstimmend festhalten. Sie ersetzen kein Produktdatenblatt: Ob ein System auf Ihrer Wand hält, klärt eine Probefläche und die Herstellerangabe.

Wasser raus, Dampf raus

Für die Außenfassade zählt neben der Optik ein zweites Kriterium: Wasser muss ablaufen und Wasserdampf muss hinaus können. Genau hier trennen sich die Systeme. „Naturfarbe“ ist für sich genommen eine Werbe- und Selbstbeschreibung, keine Gütezusage. Aussagekräftig sind Bindemittel, Zusätze und das Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Produkts. Ein mineralisches Bindemittel wie Kalk oder Wasserglas macht eine Farbe nicht automatisch harmlos, und eine Ölfarbe nicht automatisch witterungsfest.

Lehm: außen die Ausnahme

Lehmputz und Lehmfarbe sind gut fürs Raumklima, aber wasserlöslich. An bewitterten Fassadenseiten und im Sockelbereich sind sie deshalb nicht ohne Schutz einsetzbar; in regenreichen Regionen ist der Außeneinsatz eingeschränkt. Für Lehmputzmörtel gibt es mit der DIN 18947 eine eigene Norm (wir haben sie nicht selbst eingesehen). Für den Außenbereich sollten Sie sich an erfahrene Lehmbauer wenden statt an den Baumarkt.

Und die Wärmedämmung?

Alle vier Systeme schützen und färben. Dämmstoffe sind sie nicht, und sie verändern den Wärmeverlust der Wand nicht in einem Maß, das sich als Maßnahme verbuchen ließe. Das ist keine Schwäche der Naturfarben, sondern eine Frage der Aufgabe. Mehr dazu unter Dämmung.

Die Systeme im Vergleich

Vergleich der Anstrichsysteme nach Untergrund und Dämmwirkung
SystemAußen auf PutzAußen auf HolzDämmwirkungHauptgrenze
Kalkfarbe geeignetKalk- und Kalkzementputz, Ziegel, Naturstein nicht genanntNicht als Untergrund genannt nicht gegebenSchützt und färbt, dämmt nicht Mehrere dünne Anstriche; nicht auf Dispersion und Gips ohne Vorbehandlung
Silikatfarbe geeignetMineralische Putze, Beton, Stein nicht genanntNicht als Untergrund genannt nicht gegebenSchützt und färbt, dämmt nicht Reine Zweikomponenten-Systeme verlangen Erfahrung
Lehmfarbe, Lehmputz eingeschränktAußen nur geschützt oder in trockenen Lagen nicht genanntNicht als Untergrund genannt nicht gegebenDämmt nicht Wasserlöslich, vor allem für innen
Holzöl, Lasur nicht gegebenNicht für Putz geeignetHolzfassaden, Holzbauteile nicht gegebenSchützt und färbt, dämmt nicht Regelmäßig nachstreichen

Zusammengefasst aus dem Beitrag zu Kalk, Silikat, Lehm und Öl. Grau heißt: in unseren Quellen nicht als geeigneter Untergrund genannt. Konkrete Haltbarkeiten hängen von Hersteller, Wetter und Verarbeitung ab; dafür gibt es keine seriösen Pauschalzahlen.