So funktioniert die Auswahl
Wählen Sie oben den Untergrund Ihrer Fassade. Die Empfehlungen stammen aus unseren Beiträgen und fassen zusammen, was Nachschlagewerke und Fachliteratur übereinstimmend festhalten. Sie ersetzen kein Produktdatenblatt: Ob ein System auf Ihrer Wand hält, klärt eine Probefläche und die Herstellerangabe.
Wasser raus, Dampf raus
Für die Außenfassade zählt neben der Optik ein zweites Kriterium: Wasser muss ablaufen und Wasserdampf muss hinaus können. Genau hier trennen sich die Systeme. „Naturfarbe“ ist für sich genommen eine Werbe- und Selbstbeschreibung, keine Gütezusage. Aussagekräftig sind Bindemittel, Zusätze und das Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Produkts. Ein mineralisches Bindemittel wie Kalk oder Wasserglas macht eine Farbe nicht automatisch harmlos, und eine Ölfarbe nicht automatisch witterungsfest.
Lehm: außen die Ausnahme
Lehmputz und Lehmfarbe sind gut fürs Raumklima, aber wasserlöslich. An bewitterten Fassadenseiten und im Sockelbereich sind sie deshalb nicht ohne Schutz einsetzbar; in regenreichen Regionen ist der Außeneinsatz eingeschränkt. Für Lehmputzmörtel gibt es mit der DIN 18947 eine eigene Norm (wir haben sie nicht selbst eingesehen). Für den Außenbereich sollten Sie sich an erfahrene Lehmbauer wenden statt an den Baumarkt.
Und die Wärmedämmung?
Alle vier Systeme schützen und färben. Dämmstoffe sind sie nicht, und sie verändern den Wärmeverlust der Wand nicht in einem Maß, das sich als Maßnahme verbuchen ließe. Das ist keine Schwäche der Naturfarben, sondern eine Frage der Aufgabe. Mehr dazu unter Dämmung.